Schutz gebäudebewohnender Arten

Berücksichtigung des Schutzes gebäudebewohnender Arten bei Abriss-, Umbau- und Neubaumaßnahmen städtischer Gebäude – Erarbeitung einer internen Handlungsempfehlung und eines Merkblatts
[2013]

Stadt Gelsenkirchen

Bei Sanierungs- und Klimaschutz-
maßnahmen an städtischen und privaten Gebäuden werden die Belange des Artenschutzes häufig vernachlässigt. Eine
Vielzahl wild lebender (Tier-) Arten sind
jedoch Kulturfolger, siedeln in und an
Gebäuden und sind auf diese angewiesen.
Durch Baumaßnahmen können die
betroffenen Arten gestört, geschädigt
oder sogar getötet werden: Nischen und
Hohlräume gehen verloren, Quartiere
und Einfluglöcher werden verschlossen.
Dies geschieht häufig unwissentlich und
auch unbemerkt. Dabei sind alle
heimischen Vogel- und Fledermausarten
gesetzlich geschützt – was die wenigsten
Bauherren wissen: Das europäische
Artenschutzrecht und das Bundesnatur-
schutzgesetz verbieten grundsätzlich
eine Gefährdung von besonders
geschützten und streng geschützten
(Tier-) Arten.

Mit gezielten Maßnahmen können frühzeitig, aber auch kurzfristig
Fortpflanzungs-, Ruhe- und Schlafstätten gebäudebewohnender
Tierarten gesichert werden. Die erarbeitete Handlungsempfehlung
zeigt, wie sich Baumaßnahmen an Gebäuden und Artenschutz
konfliktfrei miteinander verbinden lassen. Insbesondere der früh-
zeitige Ersatz für den Verlust von Lebensstätten (Nist-, Brut-
und Schlafplätze von Vögeln, Sommer- und Winterquartiere sowie
Wochenstuben von Fledermäusen) lässt sich in der Regel
kostengünstig realisieren und stellt eine wirkungsvolle Maßnahme
für den Artenschutz dar.

In dieser Handlungsempfehlung wird der Fokus auf die Vogelarten
Dohle, Hausrotschwanz, Haussperling, Mauersegler, Mehlschwalbe,
Schleiereule, Steinkauz, Turmfalke, Waldkauz und Wanderfalke
sowie die Fledermausarten Braunes Langohr, Breitflügelfledermaus,
Fransenfledermaus, Großer Abendsegler, Rauhautfledermaus,
Wasserfledermaus und Zwergfledermaus gelegt.

 


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